Mittwoch, 16. Mai 2012

Herbst? Sommer!


Obwohl wir hier schon Mitte Mai haben (was in der nördlichen Hemisphäre Mitte November entspricht) und uns somit auch mitten im Herbst befinden, waren die Temperaturen letzte Woche eher sommerlich. Wir hatten fast immer 25 grad und strahlenden Sonnenschein, außer am Wochenende, da war es ein bisschen kühler. Das schöne Sommerwetter habe ich natürlich noch einmal voll ausgenutzt und in der Woche viel Zeit auf dem Strand und im immer noch recht warmen Pazifik verbracht. Das einzig doofe ist nur leider, dass die Sonne hier immer recht früh untergeht und es schon ab 5pm dunkel wird. Daher musste ich mich immer ganz schön beeilen um noch ein bisschen Zeit am Strand zu haben, aber da die Badesaison hier bald zu Ende ist. Die meisten Australier meinen auch das es jetzt schon zu kalt zum baden ist, aber für einen der an Hamburger Temperaturen gewöhnt ist sind 25 grad Hochsommer :). Hier hat es nun auch schon seit einigen Wochen nicht mehr geregnet, was nach dem recht feuchtem Sommer auch nicht verwunderlich ist. Vorletzten Samstag bin ich (freiwillig!) um 4.30 am aufgestanden, um in die Innenstadt zu fahren und mir von der Harbourbridge den Sonnenaufgang hinter dem Opera House anzugucken. Das war auch ziemlich schön, nur eine große Wolke im Osten hat das alles ein wenig verdeckt, und daher habe ich mich entschieden, das noch einmal zu wiederholen (ich bin hier ja schließlich nicht zum ausschlafen hergekommen ;)). Zwischenzeitlich war ich auch noch im Museum of Sydney und habe dort sehr viel über Sydney's Geschichte, z.B die ersten Jahre der Stadt un d den Bau der Harbourbridge, gelernt. Mit Finn habe ich dann letztes Wochenende den Coastal Walk vom berühmten Bondi Beach zum noch viel schöneren Maroubra Beach (mein Standart Strand) gemacht. Auf den etwa 10km Wegstrecke kommt man an vielen schönen Stränden und kleinen Buchten vorbei. An dem Coastal Walk liegt auch der schönste Friedhof den ich jäh gesehen habe. Der liegt direkt überm mehr und dort weht immer die salzige Meeresluft vorbei und ich glaube dort kann man in Frieden ruhen. In der Schule läuft es auch gut. Heute habe ich Sportart von Tennis zu Super Tag getauscht, denn beim Tennis hatten wir keine Lehrer und es macht keinen Spaß, wenn keiner wirklich weiß wie es geht. Super Tag ist eine weniger gewalttätige Form von Rugby, und es macht echt super viel Spaß. Die anderen sind mir zwar fast alle überlegen, denn die Spielen das teilweise schon Jahre und ich habe noch nicht einmal alle Regeln verstanden, aber ich habe mein Team auch mal voran gebracht und den Gegner ab und zu gestoppt. Ich freue mich schon auf nächste Woche! Das wars dann schon wieder, also bis zum nächsten Post, Robin.

Samstag, 5. Mai 2012

In den "blauen Bergen" waren wir...


Nach einer entspannten zweiten Ferienwoche (Ausschlafen+Strand) war dann am letzten Samstag in den Ferien noch einmal früh aufstehen angesagt, denn ich wollte mit Finn und seinem brasilianischem Gastbruder in die Blue Mountains. Morgens um 8:00 Uhr angekommen habe ich das erste wirkliche Schnäppchen hier in Australien gemacht, und zwar das Bahnticket nach Katoomba (Blue Mountains). Die zweistündige Fahrt hat samt Rückfahrt für mich nur $5.70 gekostet! In Katoomba angekommen sind wir zuerst einmal zu den Three Sisters, einer bekannten Gesteinsformation, gegangen. Der Legende nach sind dies drei Schwestern, die von ihrem Vater versteinert wurden um sie vor Liebhabern zu schützen. Nachdem wir diese begutachtet haben sind wir zu einer dreistündigen Wanderung aufgebrochen. Zuerst sind wir über den "Giant Stairway" ins Tal herunter gewandert um dort dann durch Regenwald ähnliches Terrain zu wandern. Dabei sind wir unter anderem an riesigen Fahnen (Pflanze, keine Ahnung wie man das schreibt ;) vorbeigekommen, haben aber auch exotische Vögel und Wasserfälle gesehen. Irgendwann mussten wir dann wieder aus dem Tal herausklettern und bei einer Luftfeuchtigkeit von gefühlten 100% habe ich unglaublich geschwitzt, obwohl es nur etwa 22 grad Warm war. Nach der Wanderung sind wir dann wieder mit dem Zug nach Hause gefahren. Man muss auch noch anmerken, dass das Preisniveau in Katoomba deutlich unter dem Sydney's liegt, und man einen Donut dort für etwa ein drittel des Sydneypreises kriegt. Am folgenden Mittwoch war dann ANZAC-Day (Australia New Zealand Army Corps) und ich bin dort zu den Feierlichkeiten in die Stadt gefahren, weil es solche Militärfeiertage in Deutschland eher nicht gibt. Ich bin allerdings nicht wie meine Gastoma um 3 Uhr morgens zum riesigen Gottesdienst gegangen, sondern bin um 11 zu einer großen Parade gegangen. Dort sind nicht nur Blaskapellen vorbeigekommen, sondern auch hunderte alte Kriegsveteranen (Vietnam+World War ||), die wie Helden gefeiert wurden. Hier im sehr patriotischen Australien ist es nämlich sehr ehrenhaft für sein Land gekämpft zu haben und es vor den Deutschen und Japanern sowie dem Kommunismus gerettet zu haben. Hier ist es zwischenzeitlich etwas kälter geworden (so um die 20 grad) aber heute hatten wir dann doch wieder 25 grad :). Bis zum nächsten Lagebericht aus Down Under, Robin

Montag, 16. April 2012

Tag 7: Rückflug

Zum ersten mal seit einer Woche habe ich bis 8 Uhr geschlafen, weil unser Flieger erst um 11Uhr ging. Also dann ging es zum Flughafen, wir haben uns von denen verabschiedet, die nicht nach Sydney fliegen und sind dann los. Zuerst sind wir nach Melbourne geflogen, wo wir etwa 30 min zu spät angekommen sind, und es deshalb eng für unseren Flugnach Sydney wurde. Zum Glück war das Gate für unseren nächsten Glug gleich das nächste und deshalb sind wir so ziemlich als letzte noch in den Flieger gekommen. In Sydney angekommen, haben wir dann aber alle vergebens auf unser Gepäck gewartet, das wohl nicht so schnell im Flugzeug wechseln war wie wir. Also sind wir dann zum Service und uns wurde mitgeteilt, dass das Gepäck eine Stunde später mit dem nächsten Flieger kommt (Freitag der 13. halt ;) ). So schlimm war das aber nun auch nicht den wir haben Essensgutscheine bekommen, die wir dann schön in ein gutes asiatisches Abendessen eingetauscht haben. Als das Gepäck dann angekommen ist habe ich mich von den Anderen verabschiedet und bin nach Hause gefahren.

Tag 6: Glen Helen Gorge

Am sechsten und letzten Tag im Outback war das Wetter dann leider nicht so gut, es war ziemlich bewölkt. Wir sind wieder gewandert und zwar durch die Glen Helen Gorge. Zuerst sind wir einen Bergrücken hoch gewandert, dann sind wir in eine großes Tal hinabgestiegen, durch das auch ein Fluss floß. Diesem sind wir dann durch die Schlucht gefolgt. In der Ferne hat man einen Dingo (Wildhund) jaulen hören und wir haben auch seine Fußabdrücke gesehen, ihn aber nicht. Dann kam der abenteuerlichste Teil der Wanderung, denn man musste durch den Fluss durch wandern, und der war nicht gerade flach. Also Kamera, Klamotten und Schuhe in Plastiktüten verstaut, die hochgehalten und dann schön durchwandern. Man musste aber aufpassen, denn in diesem Fluss gab es Große Steine unter Wasser, die man nicht sehen konnte. Einmal bin ich fast auf einem solchen ausgerutscht, konnte es aber gerade noch ausbalancieren. Mir ging das Wasser zwar nur ein wenig über den Bauchnabel, einigen Mädchen aber fast bis zum Hals. Wir sind aber alle heil durchgekommen. Abends sind wir dann alle erschöpft wieder in Alice Springs angekommen, denn uns steckten zahlreiche Wanderungen und 2500 Autokilometer (!) in den Knochen.

Tag 5: Oak Valley

Morgens konnten wir diesmal länger schlafen, ich und ein paar andere sind aber freiwillig früh aufgestanden um uns den Sonnenaufgang anzugucken. War auch wieder ganz schön, aber richtig kalt an diesem Morgen. Um 7.30 Uhr hat uns Robbie dann abgeholt um uns ein paar Sachen auf seiner Farm zu zeigen. Zuerst sind wir zu einer Stelle gefahren, wo ganz viele Fossilien von verschiedensten und schon längst ausgestorbenen Tieren zu finden waren. Dann sind wir zu einer Stelle am Fels gewandert, wo etwa 1000 Jahre alt Felsmalerei der Aborigines zu bewundern war. Robbie hat uns auch noch ganz viel über das Leben der Aborigines erzählt, zum Beispiel, dass sie alle Normaden waren und ihre Lager immer auf freiem Gelände aufschlugen, um immer einen guten Überblick zu haben. Außerdem hat er uns noch zwei sehr interessante Pflanzen gezeigt. Die erste haben die Aborigines immer nach dem Verzehr von Kangaroo zu sich genommen, da Kangaroos häufig Würmer hatten und das Gift in der Pflanze diese tötete. Das war aber auch für dieAborigines nicht besonders gesund, da das Gift etwa so stark wie Arsen war. Die zweite Pflanze war eine Droge die die Aborigines manchmal genommen. Die wirkt ähnlich wie Marihuana, aber ist noch nicht illegal. Doch Robbie meinte, dass sich das wohl bald ändern wird, weil die Droge immer beliebter wird. 

Auf dem Weg zu unserem nächsten Ziel, der Glen Helen Gorge, haben wir dann nocheinmal an einem schönen Wasserloch einen Stop eingelegt. Dort sind wir dann etwa 500 meter durch einen schöne Schlucht geschwommen und dann wieder zurück. Der zweite Teil des Weges war sehrabenteuerlich, denn es ging durch trockene Flussbetten und es war kaum noch ein Weg zu erkennen. Abends haben wir unser Lager dann an einem nicht ausgetrockneten Fluss aufgeschlagen. Wir Jungs sind dann auch noch mal drei anderen Reisenden zur Hilfe gekommen, die ihr Auto im Sand festgefahren haben. Doch mit gemeinsamer Kraftanstrengung haben wir sowohl Auto als auch Anhänger rausgeschoben. Dies war unsere letzte Nacht im Outback und auch die klarste. Es gab keine einzige Wolke weit und breit und man konnte sogar die Milchstraße (engl: milky way) sehen. Mitllerweile habe ich sogar jeden Abend das Southern Cross (ein Sternenbild) problemlos am Himmel gefunden.

Tag 4: Kings Canyon


Fast schon gewohnheitsmäßig hieß es wieder um 6 Uhr aufstehen, frühstücken und los in Richtung Kings Canyon. Als wir dort mit dem ersten kurzen Aufstieg beginnen wollen ist oberhalb von uns ein älterer Mann an einem Herzinfarkt gestorben, wie uns der geschockte Busfahrer seiner Reisegruppe mitteilte. Das war natürlich nicht so schön und wir haben die Wanderung dann anders herum gemacht. Es hat ein wenig gedauert bis wir zum richtigen Canyon gekommen sind, aber die Aussicht war super. Die eine Wand des Canyons sah aus als ob sie von Menschenhand gefertigt worden war, weil sie ganz glatt war. Nach etwa der hälfte der Wanderung sind wir zu einem Wasserloch gekommen, wo fast alle schwimmen gegangen sind. Ich bin mit noch zwei anderen einmal quer durch geschwommen und dann sind wir noch ein wenig einen Fluss auf der anderen Seite entlanggegangen, bis wir zu einem Wasserfall kamen. Dort ist nämlich der kleine Fluss in einen breiteren und tieferen Teil des Kings Canyons geflossen und dieser Platz, mit Wasserfall und Blick über den Canyon wäre ein tolles Fotomotiv gewesen, leider muss man aber schwimmen um dort hinzukommen, also keine Chance ein Foto zu machen :(. Nach der Wanderung sind wir dann weiter in Richtung Oak Valley gefahren. Diesmal ging es dann auch über Stock und Stein auf echten Dirt Roads, also einfachen Sandpisten. Bei der Fahrt über die Dirt Roads haben wir auch das ein oder andere Kangaroo gesehen, die allerdings nie vernünftig vor die Linse gekommen sind und immer zu schnell weg waren. Abends sind wir dann im Oak Valley angekommen, einer 105 Quadratkilometer großen Rinderfarm, die Robbie, einem Aborigine, gehört. Vor 20 Jahren hatte er diese im Rahmen einer Landrückgabe an Aborigines erhalten hat. Nach einem leckerem über dem Lagerfeuer gebratenem Steak zum Abendessen ging es dann auch wieder in den Swag zum schlafen.

Tag 3: Kata Tjuta (Olgas)


Am Montag hieß es dann um 5:30 Uhr aufstehen, damit wir uns den Sonnenaufgang über dem Uluru angucken können. Es fiel uns allerdings allen schwer aus unseren kuschligen Swags zu kommen, da wir zum einen totmüde waren, und die Außentemperatur mit etwa 10 grad eher nicht so kuschlig war. Als wir dann alles aus den Swags raus sind, sind wir eine Düne hochgeklettert von der man den Uluru und die aufgehende Sonne sehen konnte. Schnell ein paar Fotos gemacht, denn dann ging es auch schon weiter nach Kata Tjuta, einer Ansammlung von 36 Monolithen. Dort angekommen sind wir gleich los gewandert um eine Wanderung durch das "Valley of the Winds" zu machen. Die Landschaft dort war echt schön, und auch etwas abwechslungsreicher als beim Uluru. Unterwegs hat uns Annabelle viele interessante Sachen gezeigt, unter Anderem Vogelkot, der Zahnschmerzen lindert oder eine Pflanze, deren Saft dafür sorgt, dass Wunden schneller verheilen. Das habe ich gleich mal ausprobiert und tatsächlich ist die kleine Wunde die ich hatte relativ schnell verheilt. Weiter ging es dann durch ein großes Tal auf deren beiden Seiten fast senkrecht die Wände der Monolithen hochragten. Als wir aus dem Tal raus sind, sah die Landschaft sehr mediterran aus, mit der roten Erde und den vielen Trockenpflanzen, denn dieses Jahr hatte es hier mehr geregnet als sonst. Dann haben wir Kangaroo Spuren entdeckt aber auch nach genauer Erkundung der Umgebung leider keins gesehen. Nach der in etwa 4 stündigen Wanderung war es gerade einmal 12 Uhr, doch weil wir so früh aufgestanden sind waren wir alle ein wenig müde. Wir hatten dann auch wieder eine lange Fahrt vor uns, in Richtung Kings Canyon. Dort sind haben wir dann auf dem Gelände einer Cattle Farm unser Lager aufgeschlagen, auf der auch Helikopterflüge angeboten wurden. Ich wollte mich zumindest nach den Preisen erkunden, damit ich es im Nachhinein nicht bereue es nicht gemacht zu haben. Und bei Preisen von $60 für 5min, $145 für 15min und $270 für 30min konnte ich guten Gewissens darauf verzichten. Abends haben wir dann von Dave im Lagerfeuer gekochtes Curry gegessen, welches sehr gut geschmeckt hat, und haben wieder unter den Millionen von Sternen geschlafen.